Session 7: Technisches Allerlei
 Grafikoptionen Die technische Seite habe ich bislang etwas unterschlagen, daher hier einige wenige Nachträge. Punkt 1, die Grafik. Eines kann man hierbei mit Sicherheit sagen, für Drakensang wurden keine Screenshots geschönt. Im laufenden Betrieb sieht Drakensang eindeutig besser aus, als es auf den frühen Screenshots zu erahnen war. Erst die neueren Bilder demonstrieren das grafische Potential des Spiels. Drakensang ist dabei sicherlich kein neuer Beitrag zu den photorealistischen Spielwelten, dies bleibt auch weiterhin anderen Spieleserien überlassen. Dennoch ist die Spielwelt durchaus sehr ansehnlich geraten und die Grafiker haben ein absolut gutaussehendes Gesamtpaket geschnürt, daß nicht etwa durch übermäßige Kanten oder platte Gesichter vergrault. Es fehlt lediglich stellenweise an etwas mehr Details. Auch die Texturen können in der Nahbetrachtung nicht wirklich zum High-End-Bereich gezählt werden. Dafür ist das Spiel nicht sonderlich hardwarehungrig. Mein Testsystem bestand aus einem Intel CoreDuo E6300 mit einer ATI Radeon X1950 Pro (512 MB) und 3 GB Arbeitsspeicher. Das reichte aus, das Spiel bei 1280x1024 in mittleren bis hohen Details spielen zu können ohne daß das System dabei allzu sehr ins Schwitzen gekommen wäre. Die Framerate blieb dabei konstant zwischen 25 und 30 fps. Schwankungen traten kurzzeitig nur bei größeren Gegnerhorden auf.
 Soundoptionen Da man das Geschehen in der Spielwelt meistens aus größerer Höhe betrachtet, fallen einem Dinge wie die geringen Binnendetails weniger stark auf. Am Ende sind es das Gameplay und die Story, die über den Erfolg beim Spieler entscheiden. Außerdem punktet Drakensang insbesondere bei den Oberflächenlevels mit liebevoller Ausarbeitung. Die bekanntermaßen begrenzten Levels enden nicht einfach an den grauen Kartenrändern, sondern lassen wie bei Spielen á la Oblivion oder Two Worlds einen Blick auf die Gegend dahinter erahnen. Im Hintergrund von Avestreu sieht man die Kulisse der den Kosch umgebenden Gebirgsmassive. Die Stadt Ferdok besteht z. B. ebenfalls aus mehreren Karten, doch sieht man an den Übergangsstraßen Passanten im Hintergrund auftauchen und in den aktuellen Stadtteil eintreten oder sieht, wie sie das Viertel verlassen. Das unterstützt den Eindruck einer lebendigen Spielwelt. Schon recht früh haben es mir die Bäume angetan, die auch in der spielbaren Fassung meiner Meinung nach ein kleines optisches Highlight sind. Das bezieht sich genauso auf den Wald von Avestreu, der entgegen dem landläufigen Trend nicht einach nur generisch wirkt.
 Tastatureinstellungen Die Farbpalette kann man durchaus als „farbenfroh“ bezeichnen, der Bloom hat seine Lobby auch bei Radon Labs. Drakensang ist High Epic Fantasy und kein dreckiger Gossenthriller. Es besteht kein Zweifel daran, Ihr seid der Held einer heroischen Saga, in einer Welt, in der mit Ausnahme der Inquisition Gut und Böse meistens gut voneinander zu trennen sind. Wer also hauptsächlich The Witcher und Gothic zu seinen Favoriten zählt und (trotz eindeutiger Screenshots) auf Naturfarben und eine derbe Spielwelt gehofft hat, muss sich wohl woanders umsehen.
Die Innenlevels bedienen sich dagegen öfters mal bekannter Bauteile. Kanalisationen und Kellergewölbe sehen prinzipiell alle ähnlich aus, obwohl sich die Leveldesigner bemüht haben, das ganze durch Arrangements mit anderen Objekten abwechslungsreich zu gestalten, was in der Regel auch ganz gut funktioniert. Von immer gleichen Levels zu reden, wäre nicht korrekt. Zu glauben, daß sich gewisse Dinge nicht wiederholen, allerdings auch nicht. Tavernen sind beispielsweise immer gleich aufgebaut.
 Spieloptionen Das Speichersystem ist so wie es sein soll, denn gespeichert werden kann überall und jederzeit, inkl. Quicksave und Quickload. Etwas aufpassen sollte man, da auch während des Gefechts gespeichert werden kann. Wobei man gleich lobenswert erwähnen muss, daß beim Laden eines solch “gefährlichen“ Spielstands automatisch die Pausenfunktion aktiviert wird (zumindest sofern man Autopause in den Optionen eingestellt hat). Das erspart einem den einen oder anderen Lebenspunkteverlust infolge mangelnder Orientierung. Auch hier hat eindeutig jemand mitgedacht. Die Ladezeiten blieben bisher übrigens in einem normalen Rahmen.
Hübsch anzusehen sind die Kämpfe, die durch korrespondierende Attacke- und Parademanöver aufeinander abgestimmt sind. Auch für andere Dinge gibt es viele, kleine Animationssequenzen, die das ganze optisch aufpeppen. Die Animationen bremsen erfreulicherweise niemals den Spielfluß. Niemand muss warten, bis die Bückbewegung fertig abgespielt wurde, um seinen Weg fortsetzen zu können, sondern kann die Sequenz auch durch einen neuen Befehl abbrechen. So kommt jeder Spielertyp zu seinem Recht.
 Hohe Details, Schatten, 23 fps Ein Wort zum Soundtrack. Das Dynamedion-Team um Tilman Silescu hat eine sehr ordentliche Arbeit abgeliefert. Der Soundtrack ist vergleichbar mit anderen orchestralen Soundtracks im Genre. Ein Großteil der Stücke wurde dabei um das Drakensang-Hauptmotiv herum aufgebaut, wie es auf der offiziellen Seite zu hören ist.
Finale Frage ist die Stabilität. Meine Previewversion ist eine Beta-Fassung vom Juni 2008. Es gab Abstürze auf meinem Rechner, allerdings selten während des eigentlichen Spiels. Die meisten ereigneten sich bei Ladevorgängen zwischen den Leveln. Plotstopper und Scriptbugs sind mir keine begegnet. Ansonsten war das Spiel auf meinem Testrechner gut spielbar und wirkte bereits sehr weit fortgeschritten. Einige kleinere Clippingfehler, die manchmal etwas hopsende Kamera und die teilweise etwas schwierigen Hotspots der Gegenstände und Objekte wären noch verbesserungsfähig. Alles in allem aber keine gravierenden Mängel, die den Spielspaß dauerhaft trüben würden.
- - - - - - - - - - - - -
Das war der letzte Teil unserer Analyse. Hoffentlich sind die wichtigsten Eurer Fragen damit beantwortet. Falls nicht, zögert nicht, Eure Frage bei uns im Forum zu stellen. Ihr könnt Euch auch noch mein ganz persönliches Fazit zu dieser Previewversion und den Möglichkeiten des Spiels durchlesen. Ansonsten ist es ja bald soweit, Drakensang steht in etwas mehr als zwei Wochen im Handel.
Weiterführende Links:
- Interview mit Komponist Tilman Silescu zum Drakensang-Soundtrack
nach oben
|